Leistungssport

Für die Schweizer Stabhochspringerin Amélie Ledermann endete der Wettkampf an den U20-Weltmeisterschaften in Eugene in der heutigen Qualifikation. Mit einer Höhe von 3,80 m verpasste die Nachwuchsathletin den Einzug in den Final der besten zwölf, durfte aber dennoch wertvolle Erfahrungen auf höchstem internationalem Niveau sammeln.

Bereits die Qualifikation stellte die rund 30 Teilnehmerinnen vor grosse Herausforderungen. Das Niveau war aussergewöhnlich hoch, denn für den direkten Finaleinzug war eine Höhe von 4,25 m gefordert. Ledermann begann ihren Wettkampf konzentriert und meisterte 3,80 m erfolgreich. Anschliessend gelang es ihr jedoch nicht mehr, die nächste Höhe zu überwinden. Mit dem Resultat klassierte sie sich auf Rang 23. Die Qualifikation wurde bei 4.10 m abgebrochen, da die Finalteilnehmerinnen ermittelt waren.

Auch wenn das erhoffte sportliche Ziel – die Finalqualifikation – ausser Reichweite blieb, schmälert dies die insgesamt starke Saison der jungen Schweizerin keineswegs. Bereits im Vorfeld hatte sie die anspruchsvolle WM-Limite von 4,05 m gleich zweimal erfüllt und sich damit das Ticket für Eugene verdient. Die Selektion war der verdiente Lohn einer kontinuierlichen Entwicklung, die sie in den vergangenen Jahren zu einer der besten Schweizer U20-Stabhochspringerinnen gemacht hat.

Vor ihrer Abreise in die USA zeigte sich Ledermann zudem in guter Form. An den Schweizer Aktivmeisterschaften in Zürich belegte sie mit 3,90 Metern den fünften Schlussrang und bestätigte damit ihre Konstanz gegen die nationale Elite. Diese Leistungen liessen berechtigte Hoffnungen auf einen gelungenen WM-Auftritt aufkommen.

An Weltmeisterschaften entscheiden jedoch oft Kleinigkeiten. Die Konkurrenz war enorm stark, jeder Fehlversuch kann über Final oder Ausscheiden entscheiden. Für eine Athletin im Nachwuchsalter bedeutet allein die Teilnahme an einer U20-WM einen wichtigen Entwicklungsschritt. Wettkämpfe vor grosser Kulisse, internationale Gegnerinnen und der Druck einer Weltmeisterschaft sind Erfahrungen, die sich langfristig auszahlen können.

Für Ledermann steht deshalb weniger das Resultat von Eugene im Vordergrund als vielmehr die Erkenntnis, sich auf dieser Bühne mit den besten Nachwuchsathletinnen der Welt messen zu können. Mit ihrer technischen Qualität, ihrer bisherigen Leistungsentwicklung und ihrer internationalen Erfahrung besitzt sie weiterhin grosses Potenzial für die kommenden Jahre.

Auch wenn der Wettkampf in Eugene nicht den erhofften Finaleinzug brachte, bleibt die Teilnahme an den U20-Weltmeisterschaften ein bedeutender Meilenstein in ihrer Karriere. Die Grundlage für weitere Fortschritte ist gelegt – und die nächsten internationalen Meisterschaften dürften für Amélie Ledermann bereits das nächste grosse Ziel sein.

(06.08.2026, Zephanja Abbühl, Foto Boris Zengaffinen, I believe in you)