Gastfamilie für Läufer aus Eritrea gesucht
Seit gut drei Jahren lebt Kidane Tewelde, unser junger Läufer aus Eritrea, nun bereits in der Schweiz und seit fast zwei Jahren trainiert er regelmässig über die Mittel- und Langstrecken. Laufen ist für den heute 21-jährigen anerkannten Flüchtling eine grosse Leidenschaft und sein Ziel, einmal wie sein grosses Vorbild Tadesse Abraham für die Schweiz eine grosse Meisterschaft zu bestreiten, treibt ihn immer wieder zu intensivem Training an.
Nach einer langen zweijährigen Odyssee, die ihn von Nordafrika über das Mittelmeer nach Europa und in die Schweiz führte, ist er nach Stationen im Kanton Solothurn nun im Oberaargau gelandet. Von hier aus kann er das zweijährige 10. Schuljahr (BSI) an der Berufsschule in Burgdorf besuchen, wo es neben dem Erwerb der deutschen Sprache insbesondere auch darum geht, für ihn eine geeignete Attest-Ausbildungsstelle zu finden.
Bei einem Autounfall in Libyen erlitt er auf der abenteuerlichen Reise einen schweren Beinbruch und musste operiert werden. Trotz der grossen Metallplatte in seinem Unterschenkel, die ihm vor zwei Monaten nun im Spital SRO in Langenthal entfernt worden ist, hat er bereits während der Saison 2016 viele Rennen auf der Bahn bzw. auf der Strasse absolviert und dabei etliche Top-Klassierungen erzielt.
Der junge Läufer wird vom LVL-Lauftrainer Samuel Geissbühler betreut, der für ihn einen anspruchsvollen Trainingsplan und ehrgeizige Ziele über die Distanzen ab 800 Meter bis zum Marathon gesetzt hat. Ein Highlight für den Flüchtling war die Gelegenheit, am diesjährigen LVL-Trainingslager der Läufer in Kroatien teilzunehmen, wo er sich zusammen mit den Kollegen auf die neue Saison vorbereiten konnte.
Im Moment lebt Kidane Tewelde in einer Wohngemeinschaft mit anderen nordafrikanischen Flüchtlingen in Aarwangen. Er ist dort nicht besonders glücklich. Damit er die deutsche Sprache auch ausserhalb von Schule und Training besser erlernen kann, sucht er nun eine Gastfamilie im Oberaargau, die ihm neben einem Zimmer oder einer kleinen Wohnung einen minimalen Familienanschluss bieten könnte. Selbstverständlich würden die Kosten für das Wohnen und/oder die Verpflegung bis zu einem gewissen Betrag übernommen.
Die Leichtathletikvereinigung Langenthal, bei der der talentierte Läufer als Mitglied lizenziert ist, würde sich sehr freuen, wenn sie dem hoffnungsvollen jungen Athleten auf dem Weg in die Selbständigkeit in unserem Land Brücken bauen helfen könnte. Leserinnen und Leser, die sich von diesem Aufruf angesprochen fühlen oder die Kontakte vermitteln können, wenden sich bitte an den Unterzeichnenden dieses Berichts (Tel. 062 922 10 16 oder
Bericht: HR. Wyss (1.5.2017)