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Nach geduldig ertragener Krankheit ist in Frauenfeld Ernstpeter Huber, Ehrenmitglied und Mitgründer der LVL im Alter von 77 Jahren gestorben. Der Verstorbene kam 1966 als Turnlehrer ans neu gegründete Gymnasium Langenthal und brachte viel Erfahrung im Breiten- und Leistungssport mit in die Region Oberaargau – als ausgebildeter STV-Instruktor und J+S-Kur-Experte, insbesondere aber in der Leichtathletik als damaliger Nationaltrainer Sprünge und Disziplinchef Weitsprung - und in dieser Eigenschaft als Entdecker, Trainer und Mentor des Frauenfelder Spitzenathleten Rolf Bernhard, seines Zeichens der erste 8-Meter-Weispringer der Schweiz.
Ernstpeter Huber engagierte sich auch an seinem neuen Wirkungs-Ort in allen Bereichen für den Sport, und war 1971 massgeblich an der Gründung der Leichtathletik-Vereinigung Langenthal  mitbeteiligt, dem Zusammenschluss der Langenthaler Leichtathleten aus dem früheren LC Langenthal und aus der LA-Riege des Turnvereins. Während fast 10 Jahren amtete er denn auch als technischer Leiter des neuen Vereins.
Mit dem Ziel, die Sport-Infrastruktur in Langenthal zu verbessern wurde er auch poitisch aktiv, gründete mit Gleichgesinnten die Jungfreisinnigen (heute: Jungliberale Oberaargau) und wurde an den Gemeindewahlen 1972 in den Grossen Gemeinderat (heute: Stadtrat) gewählt, wo er sich u.a. natürlich für die Anliegen des Sports stark machte.

Im Jahr 1972 wurde Ernstpeter Huber vom Regierungsrat zum Turninspektor des Kantons Bern gewählt.  In dieser Funktion war er massgeblich an der raschen Reali­sierung der Sportinfrastruktur im Hard beteiligt. Er war es, der es mit seiner Überzeu­gungskraft und seinem Verhandlungsgeschick möglich machte, dass Bund und Kanton als Subventions-Geber für die vier Langenthaler Mittelschulen (Gymnasium, Seminar, Gewerbeschule und Kaufm. Berufsschule) einwilligten, die in den Richtli­nien vorgegebenen Einzelanlagen zu einer Rundbahn zu­sam­men zu fügen. So fanden die Langenthaler Leichtathleten 1982, zehn Jahre nach der Ver­einsgründung, erstmals ideale Trainings- und Wettkampfinfrastrukturen in ihrer Ge­meinde vor.

 

Noch fehlte damals aber ein die Tribünen- und Garderobengebäude. Unter der Initia­tive des Turnvereins Langenthal und des Oberaargauischen Schwingerverbands hatte sich ein innovatives Bewerbungskomitee mit EP. Huber an der Spitze an der Eidgenössischen Delegiertenversammlung als Austragungsort für das Eid­genössi­sche Schwing- und Älplerfests 1983 in Langenthal durchgesetzt. Dem OK und sei­nem initiativen Präsidenten gelang es, die Langenthaler Behörden in Rekordzeit zur Vollendung des Stadions durch ein Betriebsgebäude, kombiniert mit Tribüne und Gardero­ben, sowie einer Fussgänger-Unterführung zu gewinnen. So konnten am letzten Au­gustwochenende des Jahres 1983 die „Bösen“ des legendären ESAF 1983 die Garderoben als erste in Betrieb nehmen.
Zum Zeitpunkt des Festes hatte Ernstpeter Huber den Standort Langenthal bereits wieder verlassen, war er doch vom Kanton Thurgau als Chef des kantonalen Sportamtes in seine Heimat zurück berufen worden, wo er während 22 Jahren bis zu seiner Pensionierung erfolgreich wirkte.
In Anerkennung seiner grossen Verdienste haben die Langenthaler Leichtathleten Ernspter Huber zum Ehrenmitglied ernannt. Sein ausserordentliches und erfolgreiches Wirken zu Gunsten der Leichtathletik im Oberaargau wird stets in würdiger Erinnerung bleiben. Seiner Familie entbieten die Langenthaler Leichtathleten ihre herzliche Anteilnahme.

Text: Hans Rudolf Wyss / Marcel Hammel (Ehrenmitglieder LVL)